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5 heimische Körner

Gesunde Ernährung ist kompliziert und obendrein teuer - dieses Gerücht hält sich bei manchen Menschen hartnäckig. Exotische Zutaten, umständliche Vorbereitung, langwieriges Suchen in Reformhäusern und Bioläden sind jedoch nicht nötig, um sich gesund und abwechslungsreich zu ernähren.

BACK TO THE ROOTS
In vielerlei Hinsicht genügt es, den Speiseplan zu vereinfachen und einen Blick in vergangene Zeiten zu werfen. Womit haben sich unsere Vorfahren ernährt? In die Ferne schweifen ist nicht zwingend erforderlich, um fit und froh durchs 21. Jahrhundert zu gehen. Mit fünf europäischen Getreidesorten können Sie viele wertvolle Nährstoffe zu sich nehmen - und lecker kochen, ohne sich zu sehr zu verrenken.

Manche Experten behaupten sogar, dass eine Ernährung, die hauptsächlich auf regionalen Produkten basiert und exotische Zutaten eher als gelegentliches i-Tüpfelchen nutzt, für den Stoffwechsel besonders unkompliziert zu verwerten ist. Hinzu kommt der positive Effekt der kurzen Wege: Die Ware kommt frischer zu Ihnen und verursacht keine langen Transportwege, die der Umwelt schaden. Es spricht also nichts dagegen, exotische und teure Chia-Samen durch hiesige Leinsamen zu ersetzen, der einen ähnlichen Effekt hat und viel weniger kostet.

WARENKUNDE GETREIDE
Körner aller Art sind weltweit ein wesentlicher Aspekt der Ernährung - denken Sie an das Grundnahrungsmittel Reis, das aus Asien nicht wegzudenken ist, oder Weizen für unser Brot. Seit unzähligen Generationen schaffen es Menschen, sich von einem oder mehreren Getreidesorten, die in ihrer Klimazone und auf ihren Böden besonders gut gedeiht, zu ernähren. Doch neuerdings wollen wir es exotisch - je weiter weg das Anbaugebiet und je rarer ein Produkt, desto kostbarer erscheint es uns: Quinoa aus den Anden, Chiasamen, wie sie schon die Azteken und Maya verspeisten, oder Fonio aus Westafrika, das das nächste Quinoa werden könnte.

Gerste - mehr als nur Bier
Doch haben wir über all diese Food-Trends vergessen, was unsere heimischen Felder an Schätzen bereithalten? Das erste der fünf Topkörner ist die Gerste. Während Wintergerste hauptsächlich als Tierfutter zum Einsatz kommt, wird Sommergerste oft zum Bierbrauen verwendet. Auch als Kaffeeersatz und in Form von Graupen kennen es manche vielleicht noch.

Gerste enthält zehn Prozent Ballaststoffe sowie diverse Mineralstoffe und Vitamin B. Probieren Sie doch einmal, Ihr Risotto mit Gerste statt mit Risottoreis zu kochen - ein kerniger, nussig schmeckender Genuss.

HAFER - FLOCKEN SIND NICHT ALLES
Nummer zwei ist der Hafer, den viele hauptsächlich in Form von Haferflocken kennen. Haferbrei, im Handumdrehen mit Wasser oder Milch zubereitet und nach Geschmack mit Früchten, Nüssen oder Müsli verfeinert, ist eine der gesündesten Frühstücksoptionen, die noch dazu nachhaltig satt macht. Wenn man sich bei Zuckerzugaben zurückhält, wird die enthaltene Energie nach und nach abgegeben, statt zu ungesunden Spitzen im Blutzuckerspiegel zu sorgen.

Ähnlich wie Gerste ist auch Hafer in Form von Mehl erhältlich und lässt sich zum Backen verwenden: Probieren Sie Haferkekse oder mischen Sie es in Ihr Brotmehl. Im Vergleich zu anderen Getreidesorten ist Hafer besonders nährstoff- und vitaminreich, während der Glutengehalt niedriger ist.

DINKEL - DAS NEUE KULTKORN
Vom seltenen Getreide, nach dem man in Reformhäusern fahnden musste, hat sich Dinkel zu einem äußerst beliebten Korn entwickelt. Dinkel ist mit dem meistgenutzten Korn, dem Weizen, verwandt und stellt eine ursprünglichere Variante dar, die weniger durch Züchtungen verändert wurde. Die Anbauflächen wurden wegen der wachsenden Nachfrage im letzten Jahrzehnt entsprechend vergrößert und auch Supermärkte und große Bäckereiketten bieten inzwischen Dinkelprodukte an.

Beim Backen können Sie Weizenmehl einfach durch Dinkelmehl ersetzen - allerdings sollten Sie wissen, dass Dinkel Ihr Gebäck nicht so fluffig werden lässt wie Weizen, sondern zu kompakteren Ergebnissen führt. Dinkelfans sind jedoch überzeugt, dass Dinkel weniger blähend wirkt.

Der nussige Geschmack ist ein Bonus und auch hier ist die Vollkornvariante gesünder als das weiße Mehl. Ganze Dinkelkörner lassen sich wie Gerste als Risotto zubereiten. Grünkern ist übrigens ebenfalls Dinkel - die Körner werden nur zwei bis drei Wochen früher geerntet und sind beispielsweise für Gemüseburger geeignet.

Für den Anbau des robusten Dinkels werden deutlich weniger Chemikalien eingesetzt; hinzu kommt die schützende Spelzschicht, die das Korn einhüllt und vor Umweltgiften schützt. Auch in Sachen Nährstoffen hat Dinkel im Vergleich zum Weizen die Nase vorn: mehr Eisen, Magnesium, Zink, Kupfer und Mangan als im bekannteren Verwandten.

Buchweizen - glutenfreier Geheimtipp
Vielleicht kennen Sie Buchweizenpfannkuchen? Das ist aber noch nicht alles, was man mit den Körnern, die kein Getreide sondern Samenkörner sind, anstellen kann. Buchweizenmehl lässt sich unter das Mehl mischen, wenn Sie Brot backen - reines Buchweizenbrot ist jedoch eher schwierig herzustellen. Die Samenkörner lassen sich zu einem leckeren Körnerbrei aufkochen, der wie Haferflocken zum Frühstück schmeckt und nicht nur für Glutenallergiker eine Alternative darstellt.

Buchweizenkeimlinge sind eine schmackhafte Salatzutat. Wer regelmäßig Buchweizen verspeist, kann damit den Blutzuckerspiegel, Cholesterinspiegel und den Blutdruck senken - er ist also unter anderem besonders für Diabetiker und Diabeteskandidaten zu empfehlen.

RAPS - DIE GELBE PRACHT
Raps ist mit Senf, Broccoli und Blumenkohl verwandt und leuchtend gelbe Rapsfelder gehören zum optischen Highlight des Frühsommers. Wenn Sie denken, Raps kommt neuerdings nur noch in den Tank oder in Biogasanlagen zum Einsatz, haben Sie sich getäuscht. Rapsöl ist ein besonders wertvolles Speiseöl; kaltgepresst ist es sogar dem beliebten Olivenöl überlegen, zudem kann es beim Erhitzen höhere Temperaturen aushalten, ohne ungesunde Nebenprodukte zu erzeugen. Fans der Mittelmeerdiät sollten umdenken, denn Olivenöl ist nicht so unverzichtbar, wie sie annehmen.

Alnatura

Mein Einkauf diese Woche beim Alnatura sah so aus:

Sojamilch von Provamel, Datteln mit Stein von Rapunzel
Smoothie von Mogli, gepuffter Buchweizen von Rapunzel, Dinkelflakes von Alnatura, Amaranth-Taler, Mandel Magic Fruchtkonfekt. gepuffter Vollkornreis.